Wenn Deutsche locker mit »Tschüs«, Österreicher mit »Servus« oder Italiener mit »Ciao« grüßen, dann sagen die Tschechen »Ahoi«. Dass sich ausgerechnet die Bewohner eines Binnenstaates für den legeren Umgang untereinander der Seemannssprache bedienen, ist nur eine der vielen Widersprüchlichkeiten im Herzen Europas. Tatsächlich erweist es sich als alles andere als einfach, der vielschichtigen Seele dieses Landes auf den Grund zu kommen. Schwejkhafte Pfiffigkeit und hintergründiger Humor schließen tiefverwurzelten Skeptizismus und Melancholie keineswegs aus. Im Gegenteil, himmelhochjauchzende Fröhlichkeit und abgrundtiefe Schwermut scheinen untrennbar miteinander verbunden. Aus diesem Wechselbad der Gefühle schöpft das tschechische Wesen seinen beispiellosen Mutterwitz und seine enorme Kreativität in allen Bereichen der Kunst.